Sonntag, 29. Januar 2017

Januarabschluss am Sonntagabend

Hallo liebe Freunde,

ich nutze das Wochenende gerne, um mir für etwas besonders viel Zeit zu nehmen, das im Wochentrubel gerne untergeht: Kochen und Genießen. Komme ich in der Woche meist gegen 18 Uhr nach Hause, je nachdem welche Erledigungen noch zu tun sind auch mal später, steht mir selten der Sinn, noch dem Kochen zu frönen. Da bleibt es dann meistens ganz minimalistisch bei einem schnellen Gericht oder einer Brotzeit. Hin und wieder gibts dann dazu auch mal einen Wein.

Umso schöner ist es dann sich am Wochenende mit Zeit und Muße diesem Thema zu widmen. Beim Kochen kann man gut abschalten, über Dinge nachdenken oder sich einfach auf die Sache konzentrieren und alles andere ausblenden. Vergangenes Wochenende gab es bei mir Gemüselasagne mit einem zunächst zweifelhaften und später zweifelsfrei gutem Bordeaux (s.u.). Ein entspanntes, leckeres Abendessen mit Rotwein und guter Musik, sonst nichts. Perfekt um den Monat Januar abzuschließen, die neuen Erlebnisse des neuen Arbeitsplatzes einmal Revue passieren zu lassen und Energie und Kraft für den nächsten Monat zu fassen.



Zugegeben die Lasagne lässt Schönheit vermissen, das ist aber bei dem Geschmack, den sie hatte, zweitrangig. Ohne dabei fernzusehen, wie es unter Woche gerne beim Essen mache, kann ich mir am Wochenende alle Zeit der Welt nehmen und einfach genießen. Meine Zusammenstellung für das perfekte Sonntagabendessen war zur Gemüselasagne eine Duftkerze und das Album Alles nix konkretes von AnnenMayKantereit, eine herrliche Band aus Köln mit gefühlvollen Texten und energischen Melodien, hört mal rein. Besonders Barfuß am Klavier trifft mich jedesmal hart wie eine Abrissbirne.

Beim Wein handelte es sich um einen Le Cavalier d'Or, einen sehr gehaltvollen Bordeaux, der von der Concours International de Lyon 2015 die Goldmedaille erhalten hat. Zugegebenermaßen war ich etwas enttäuscht als ich ihn Samstagabend zum ersten Mal geöffnet hatte, denn er hatte eine bleierne Schwere, die sich pelzig auf der Zunge niederlegte. Ich war leicht schockiert, doch merkte, ich als ich ihn eine knappe Stunde später, nachdem ich den erste Schreck abgelegt hatte, erneut probierte, dass er  etwas Pelzigkeit abgelegt hatte. Kurzerhand goss ich eine gute Portion in eine Karaffe und ließ ihn dekantieren... 24 Stunden lang. Zunächst an der Raumluft und über Nacht mit einem Verschluss im Kühlschrank. Zwei Stunden vor dem Essen am Sonntag habe ich ihn dann wieder aus dem Kühlschrank genommen. Und was soll ich sagen? Perfekt! Er war immer noch vollmundig und aromatisch, jedoch schmeckte er viel frischer und schmeichelte jetzt der Zunge statt sie zu belegen. Es kommt selten vor, dass ich einen Rotwein derart lange "atmen" lasse, aber bei diesem hat es sich definitiv gelohnt. Allerdings muss ich nun für den Rest der Flasche schon am Vorabend einplanen, dass ich ihn am nächsten Tag trinken möchte.

Mit diesem Abendessen wie ein Urlaub verabschiede ich mich und den Januar (auch wenn er natürlich noch zwei Tage dauert) und wünsche euch einen guten Start in die neue Woche und den Februar.

Euer Sascha

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