Donnerstag, 27. Oktober 2016

Buchempfehlung: Flucht aus Lager 14

Hallo liebe Minimalisten,



heute habe ich eine Buchempfehlung für euch. Das ganze ist leider kein Easy-Reading Roman. Es handelt sich um den Tatsachenbericht eines Jungen, der in einem nordkoreanischen Internierungslager des diktatorischen Regimes unter der Kim-Dynastie geboren und aufgezogen wurde. 



Es gibt nur wenige Menschen, die überhaupt je aus einem solchen Lager flüchten konnten; und das bei rund 200.000 geschätzten Inhaftierten ohne Chance auf Freilassung. In diesen Lagern werden politische Gegner und deren Familien bis in die dritte Generation gefangen gehalten, gefoltert und bis zum Erschöpfungstod der Zwangsarbeit zugeteilt. Das Regime bestreitet die Existenz dieser Lager, die Zeugenberichte Überlebender und Abtrünniger sowie hochauflösenden Satellitenaufnahmen der internationalen Gemeinschaft sprechen allerdings eine andere Sprache.

Auch Shin, der Protagonist des vorliegenden Buchs, lebte bis Mitte Zwanzig in einem solchen Lager und zwar im berüchtigten Lager 14, das als besonders lebensfeindlich bekannt ist. Noch nie konnte vor ihm jemals jemand aus diesem Lager flüchten. Zumal er nicht einmal wusste, was ihn in der Welt außerhalb des Zauns erwartete, denn er wurde in den Gulag geboren. Seit seiner Kindheit kannte er nur Misshandlung, Unterernährung, Zwangsarbeit von 4 Uhr morgens bis zur Dämmerung und Obrigkeitsgehorsam. Öffentliche Hinrichtungen sind an der Tagesordnung, ebenso wie Vergewaltigungen und willkürliche Gewalt gegenüber den Häftlingen.

Dieses Buch schildert in unglaublicher Härte die Zustände in diesem und vielen anderen Lagern, die auf die gleiche Weise funktionieren. Das Lesen ist ausgesprochen fordernd und ich musste diverse Male stoppen und innehalten. Es ist unvorstellbar, was seit den 60er Jahren in diesen Camps vor sich geht, die damit bereits mehr als zwölfmal so lange bestehen wie die Konzentrationslager der Nationalsozialisten.

Das Buch schrieb der amerikanische Journalist Blaine Harden in enger Zusammenarbeit mit dem Flüchtling Shin Dong-hyuk. Zwar stellte Shin in den Jahren nach der Veröffentlichung einige Details richtig, die fälschlich bzw. missverständlich dargestellt wurden, es ändert aber nichts an dem für Menschen der westlichen Gesellschaft unfassbaren Martyrium, das er ertragen musste.

Das Buch Flucht aus Lager 14 erschien 2012 bei der Deutschen Verlagsanstalt.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Die ewige Klamottenfrage

Ohne sexistisch werden zu wollen, behaupte ich mal, dass ich als Mann weniger Probleme mit der Ordnung über meine Klamotten habe als so manche Frau. :D Dennoch kommt es auch bei mir hin und wieder vor, dass der zugeteilte Platz etwas eng wird. Derzeit nutze ich für alle meine Kleidungsstücke eine 4-Etagen-Kommode von Ikea, zwei Haken hinter der Tür, zwei im Flur und eine Hand voll Bügel am Kleiderständer meiner Mitbewohnerin. Damit fahre ich eigentlich ganz gut und ich bekomme meistens alles halbwegs unter.

Allerdings habe ich mich in den letzten Tagen und Wochen ein bisschen neu einkleiden müssen. Derzeit mache ich ein Praktikum in einem Amt und wie bereits erwähnt startet mein neuer Job bereits am 01.01.2017, was mich dazu führte, ein paar neue, "seriöser" aussehende Kombinationen anzuschaffen. Als Ausgleich dachte ich, ein paar Dinge auszusortieren. Jedoch beim Ausräumen der Kommode und genauerem Betrachten der einzelnen Teile merkte ich, wie viel Kleidung ich zwar besitze, aber nie trage. Ich bin was Outfits angeht in den letzten Monaten wirklich genügsam geworden. In letzter Zeit war mein Standard Jeans/Stoffhose mit schwarzem Shirt und wechselnden Jacken. Die Zeit der Bandshirts und bedruckten Oberteilen ist bei mir schon seit einiger Zeit vorbei. Allerdings hatte ich noch jede Menge von dem Kram da, vor allem ziemlich abgetragenes Zeug.

Es kam also wie es kommen musste und es flogen weit mehr Teile raus als neue reinkamen, letztendlich locker über 5 Kilo reine Klamotten. Das war aber gar nicht schlimm und tat sogar sehr gut. Meine gefalteten Hemden haben nun genug Platz in der Schublade ohne durch Überladung zu verknicken.



Die aussortierten Teile habe ich allesamt der Altkleidersammlung zukommen lassen. Ich weiß, dass viele nicht mit der Idee dahinter konform gehen, aber ich muss sagen, dass ich damit absolut kein Problem habe. Zum Verkaufen oder Verschenken waren die Sachen wirklich zu abgetragen und ausgefärbt. Die Firma, die die Container betreibt, wird diese nun nach Nutzbarkeit sortieren und das meiste vermutlich schreddern und für Lappen oder Dämmungen verwenden, aber das ist doch gar nicht schlimm. Im Gegenteil, so werden die Sachen wenigstens recycelt und bekommen einen neuen Zweck.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Blockiert mehr!

Hallo meine lieben,

wer in den sozialen Medien unterwegs ist, der kommt hin und wieder nicht umhin, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, mit denen die Chemie einfach nicht stimmt. Sei es eine grundsätzliche Auseinandersetzung über politische oder weltanschauliche Perspektiven oder schlichtweg Antipathie. 

In meinen Augen macht es keinen Sinn, sich lange mit jemandem zu streiten, wenn beim ersten Kontakt schon klar wird, dass daraus keine fruchtende Konversation mehr werden wird. Solche endlosen Diskussionen bringen niemandem etwas. Keine der beiden Seiten wird von der eigenen Meinung abweichen; das ist schließlich nur irgendjemand aus dem Internet, was weiß der schon? Man ärgert sich nur, verliert Zeit und steigert sich womöglich in etwas hinein, worauf man eigentlich gar keine Lust hat. Aus minimalistischer Sicht ist, eine Grundsatzdiskussion zu führen, daher das schlechteste, was man überhaupt machen kann. 

Doch wie verfahren? Demjenigen sagen, dass man jetzt einfach keine Lust mehr hat oder einem das gerade nicht gut tut? Wenn man die Person kennt, sicher kein Problem, und wenn man sich mag, wird die Person euch daraus keinen Strick drehen. Ist es aber eine "Internetbekanntschaft" oder ein Fremder, beispielsweise in der Kommentarspalte eines Onlineartikels, wird die Reaktion zu 90 % irgendwo zwischen Häme und Unverständnis liegen. Letztendlich wird man sich in den meisten Fällen über die Reaktion ärgern und im schlimmsten Fall wieder darauf eingehen oder bei der nächsten Konfrontation mit den Gefühlen im Hinterkopf agieren.



Die beste Lösung: Blockieren! Hierdurch spart man sich nicht nur Ärger und Zeit, sondern handelt prophylaktisch. Denn solchen Menschen begegnet man immer wieder und jedes Mal ist es möglich, dass Dinge sich wieder hochschaukeln. Das ganze mag extrem klingen, aber ich halte es für ein probates Mittel um Negativität aus dem Weg zu gehen. Es ist reiner Minimalismus. Die Zeit, die ich spare, während ich nicht mit jemandem eine sinnlose Diskussion führe oder um die Wortwahl feilsche, nutze ich lieber um etwas für mich interessantes und relevantes zu tun.

Gleichzeitig bin ich natürlich auch nicht böse, wenn mich jemand blockiert. Letztendlich handelt der-/ oder diejenige nach dem gleichen Grundgedanken, es spart ja vielleicht sogar mir noch die Arbeit, das ganze wiederum selbst zu tun.

Hin und wieder sehe ich mir meine Blockierliste an. Sie ist lang und ein Produkt vieler Wochen Interaktion auf Facebook. Jeder Name steht für die Ersparnis einer unnötigen ärgerlichen Auseinandersetzung; ein gutes Gefühl.

Liebe Grüße,
euer Sascha






Montag, 10. Oktober 2016

Filmkritik: The Shallows - Gefahr aus der Tiefe



"Noch ein Haifilm?" - Nach Sharknado 1-3, Sandsharks, Ghostshark etc. kann ich diese Aussage durchaus verstehen. Ich stehe auch überhaupt nicht auf Trash-Tierhorror wie die zuvor genannten. Umso erfrischender ist es, dass wir es hier eben nicht mit so etwas zu tun haben, sondern viel mehr mit einem Suspense-Thriller, der eben nicht auf bloßes Zerfleischen und möglichst abgehobene Action setzt.

In Shallows sehen wir Blake Lively (Ehefrau von Deadpool Ryan Reynolds) als Surferin, die sich durch einen Hai bedroht auf einen kleinen Felsen rettet, der aber bei der kommenden Flut wieder im Meer zu versinken droht. Das ist im Großen und Ganzen auch schon die Story des deutlich unter 90 Minuten bleibenden Thrillers. Mehr ist aber auch nicht nötig, denn Regisseur Jaume Collet-Serra (Non-Stop) versteht es die Angst und den Schrecken ohne große Effekte und Jump-Scares in Szene zu setzen.

Der Film ist allerdings nichts für Fans von Michael Bay, denn die Actionszenen sind rar gesät. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Der Film will nicht schockieren oder mit Special Effects beeindrucken, er will vielmehr die beklemmende Lage zum Ausdruck bringen, in die es die junge Surferin verschlagen hat. 30 Meter vom rettenden Strand entfernt, wo der Rucksack mit Handy wartet. Die Angst an einer Blutvergiftung zu sterben oder zu verdursten während um einen herum überall Wasser ist.

Der Film macht keinen Spaß, er ist unangenehm. Und genau damit schaffen es die Macher einen guten Film abzuliefern. Kein Meisterwerk wie Jaws, aber einen soliden Thriller, der am Ende etwas übertreibt, im Großen und ganzen aber durchaus sehenswert ist.