Freitag, 23. September 2016

Alles neu in 2017

Seit gestern ist es also offiziell: Ich ziehe im Januar in ein neues Zuhause. Ich habe eine Anstellung in einem mittelständigen Unternehmen bekommen, in dem ich auch meine Bachelorarbeit werde schreiben können. Ich habe mich riesig über diese Nachricht gefreut und bin gespannt auf meine neuen Aufgaben und neue Herausforderungen.

Und damit ich diese problemlos bewältigen kann, brauche ich einen freien Geist. Ich freue mich daher darauf, endlich mein neues eigenes Reich einzurichten und zu gestalten, so wie ich es mir in den letzten Monaten immer vorgestellt habe. Ich habe viele Pläne und Ideen, dabei fehlt aber noch die Wohnung. Wie es also letztendlich aussehen wird, das sehe ich selbst erst, wenn es passiert. Ich werde euch hier natürlich über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten.

Eines steht allerdings schon fest: Weniger Möbel!

Ich habe keine Lust auf eine zugestellte Wohnung, ich möchte freie Raumfläche haben. Ich merke seit mein aktuelles Zimmer schon viel leerer ist, wie ich mich befreiter fühle. Wie es erst sein wird, wenn ich endlich komplett neu anfangen kann... unbeschreibliche Vorfreude.


Donnerstag, 15. September 2016

Social Web -Teil 2

Letztes Mal habe ich davon erzählt, wie ich begonnen habe, mein Online-Leben zu entschlacken. Heute geht es damit weiter. 

Nachdem ich ja nur noch Facebook als aktives Medium nutze, musste dort auch noch etwas passieren. Mein Nachrichtenfeed war übervoll, bei jeder Anmeldung tausende neuer Mitteilungen, von denen ich die meisten schlichtweg überscrollte um die paar Informationen herauszufiltern, die mich interessierten. Die Seiten mussten aussortiert werden! Ich löschte gut 400 Likes von TV Serien, Filmen, Personen des öffentlichen Lebens, die mich eigentlich gar nicht interessierten. Anschließend war mein Nachrichtenfeed erstaunlich übersichtlich und sauber... fast!



Auch einige meiner "Freunde" mussten gehen. Ich war noch nie jemand, der bei Facebook 500 gesammelt hat, aber ich fand auch 140 zu viel. Also bin ich systematisch durch meine Liste gegangen und habe alle nach einem Muster analysiert. Wen ich länger als 2 Jahre nicht gesehen oder mit dem ich länger als 1 Jahr nicht mehr interagiert habe, flog raus. Bei dem ein oder anderen Namen musste ich sogar tatsächlich erstmal überlegen, wer das überhaupt war. Außerdem flogen alle raus, die mich mit nervigen Facebook-Spieleanfragen nervten oder mir anderweitig unsympathisch waren. Ich konnte meine Freundeszahl auf rund 75 verringern, also locker die Hälfte. Natürlich kommen hin und wieder immer mal welche dazu, aber irgendwann gehen auch wieder welche. Einmal im Jahr lohnt sich eine solche Aufräumaktion.

Ein weiterer (für mich) großer Punkt waren Nachrichtenseiten. Ich hatte sehr viele davon abonniert: Spiegel Online, taz, Tagesschau, ZDF, ARD, lokale Zeitungen etc. Neben der Tatsache, dass ich mittlerweile Nachrichten meide, weil sie zu 95 % für mein Leben irrelevant sind und mich nur ablenken (für mich relevante Nachrichten bekomme ich über fachspezifische Seiten), waren es vor allem die Kommentarspalten, die mich regelmäßig aufgehalten haben. Mein Problem: Ich bin einer dieser Gutmenschen. Wenn ich einen fremdenfeindlichen oder anderweitig dummen Kommentar lese, muss ich mich sehr zurückhalten, um nicht darauf zu antworten. Das stiehlt Zeit, raubt Nerven und am Ende gehen beide mit der gleichen Meinung, die sie auch schon vorher hatten, wieder nach Hause. Es ist also vergebene Liebesmüh und nur schlecht für die Stimmung. Außerdem kann man in der Zeit, die man mit so etwas verschwendet, viel besseres anfangen.

Einfach ignorieren und sich freuen, dass man die Person nicht persönlich kennt.


Mein Newsfeed in Facebook ist mittlerweile so übersichtlich, dass ich auch nach 2 Tagen offline sein, meine neusten Meldungen binnen weniger Minuten durch habe und mich anschließend etwas anderem widmen kann.

Es kann so schön sein!
Euer Sascha

Montag, 12. September 2016

Social Web -Teil 1

Soziale Medien und Minimalismus? Was hat das denn miteinander zu tun? Nun, man kann die Nutzung dieser Plattformen in fünf grundsätzliche Kategorien unterteilen. Sicherlich ist diese Einteilung nicht allumfassend und einige werden sich dort nicht wiederfinden, aber meiner Beobachtung nach sind es eben die folgenden:

  1. Totenruhe: einmal eingerichtet, nie wieder benutzt. Ein 3 Jahre altes Profilbild und alle paar Monate wird die Person mal von jemand anderem auf einem Foto markiert
  2. Kommunikation: die Plattform wird hauptsächlich dafür genutzt mit seinen Freunden zu interagieren, die weiter weg wohnen oder die man nicht täglich sieht. Es ist umgänglicher als Mail-/ Brief- oder Telefonkontakt.
  3. Informationsbeschaffung: a) Das Lesen der (vorausgewählten) Nachrichtenfeeds bekannter Medien. Meist SPON, Tagesschau, ARD, ZDF. (Gefährlich -> Tunnelblickggefahr) 
    b) Die direkten Nachrichten von verfolgten Seiten wie Sportvereinen, Bands, Künstlern etc. lesen
  4. Selbstdarstellung: Permanent möchte man darüber informieren, was man gerade isst, was man besucht, wie das Outfit des Tages aussieht. Was andere gleichzeitig posten kann mehr oder minder interessant sein.
  5. Unterhaltung: Spielen von integrierten Games, Diskussion auf Meinungsseiten und in Foren, Streiten unter Nachrichtenartikeln, Verfolgen von Seiten mit lustigen, interessanten und/oder nachdenklichen Inhalten.
Da steckt doch eine Menge Potential drin, sich seine Zeit sinnvoll oder weniger sinnvoll zu vertreiben. Die Kategorien sind selbstverständlich nicht voneinander getrennt, sondern sind bei (fast) jedem vermutlich kombiniert anzutreffen. Ich persönlich zähle mich zu den Gruppen 2, 3b und zu einem geringen Anteil 5. Letztendlich ist keine der Gruppen verwerflich und jeder kann und soll sich nach seiner Fasson ausleben.

auch dieses Blog will verführen ;)

Jedoch habe ich festgestellt, dass besonders die Nutzung nach den Kategorien 3a, 4 und 5 die größte Gefahr innehat, sich so richtig in die Welt von Facebook und co. hinein zu steigern und den Blick für das hier und jetzt zu verlieren. Nicht selten saß ich früher vor Facebook, Twitter und Instagram und habe erst viel später mal auf die Uhr gesehen und mich selbst gefragt, was ich in den letzten 4 Stunden eigentlich getrieben? Wenn man nichts weiter vorhat und eigentlich sowieso den ganzen Tag nur prokrastinieren will, dann kann einem das ja egal sein. Hat man allerdings Dinge zu erledigen oder erachtet die eigene Zeit einfach grundsätzlich als zu schade, um sie so zu "verschwenden", dann sollte man überlegen, ob man die eigene Nutzung sozialer Medien nicht mal entschlacken will.

Genau das habe ich vor einem guten halben Jahr mal getan: Angefangen bei der Auswahl der sozialen Medien: ich nutze ausschließlich den Weltmarktführer Facebook. Warum? Ganz einfach: Dort finden sich letztendlich alle Menschen, mit denen ich Kontakt halten möchte, vollständiger zumindest als auf allen anderen Mitbewerbern (Youtube und Blogger mal außen vor gelassen, da ich diese beiden Plattformen nicht als soziale Medien im eigentlichen Sinne nach Kategorie 1 nutze). Es flogen bei mir also raus: Twitter, Instagram, Pinterest und Snapchat, welches ich eh nie benutzt oder verstanden habe. Die Accounts mögen zwar alle noch bestehen, der letzte Login liegt allerdings so lange zurück, dass man diese getrost als Karteileichen bezeichnen kann. Ich habe diese Medien sowieso fast nie genutzt, sie können nichts, was das eine große nicht auch kann (bzw. ich ganz dringend bräuchte) und sie liefern mir auch keinen informationellen Mehrwert.

Mit diesem Moment fühlte ich mich schon freier: Ich konnte 4 Apps von meinem Smartphone löschen und war mit einem mal die Verpflichtung los, mich immer wieder auf 5 Seiten einzuloggen, nur um sicher zu gehen, nicht zu verpassen, dass doch nichts interessantes passiert war. Nächstes mal geht es dann damit weiter wie ich es geschafft habe mein Leben im Social Web vollends zu entstressen.

Bis dahin alles Liebe,
euer Sascha

Mittwoch, 7. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 3: Heute und morgen

Heute soll es darum gehen, wie ich mittlerweile lebe und wie ich in Zukunft leben möchte. Einige werden vielleicht sagen, das sei kein Minimalismus oder es fehle noch dieser oder jene Aspekt. Wenn ich mich allerdings in eine Schablone zwingen muss, um in eine Kategorie zu passen, die letztendlich eigentlich darauf beruhen sollte, sich von Schranken (auch im Kopf) zu lösen, dann ist letztendlich nur das Dogma fehl am Platz. Kurz: Minimalismus ist das, was du daraus machst.



So sieht mein Zimmer also heute aus. Wer sich den Vergleich ansehen möchte, kann ja nochmal in Teil 1 reinschauen, dort sieht man das Zimmer kurz nach dem Einzug. Verschwunden sind 700 DVDs, 100 Bücher, zwei Regale, ein Fernseher, zwei PlayStations, ein Sessel, ein Hocker, eine Pinnwand und jede Menge Kleinkram. Allerdings vermisse ich nichts davon. Ich konnte alles durch einfachere Dinge ersetzen oder darauf verzichten, ohne dass ich Entzugserscheinungen bekommen hätte. Kaum zu glauben, dass all meine ehemaligen Besitztümer früher mal in diese 20 Quadratmeter hineingepasst haben. Es gibt kaum noch Potential für Unordnung und das aufgeräumte und ordentliche Ambiente lädt zum kreativen Arbeiten, Lesen und Konzentrieren geradezu ein. Es ist allerdings offensichtlich, dass ich mittlerweile zu viel Stauraum für die wenigen Sachen habe, die ich mein eigen nenne. Dies soll sich nach meinem Umzug ändern, der Anfang kommenden Jahres ansteht. Dann werde ich meine Ausstattung der Wohnungsgröße und meinen Habseligkeiten anpassen.

Ganz besonders wichtig war es mir, den Schreibtisch aufgeräumt zu halten. Das Problem: gerade in einer WG dient ein Schreibtisch für Arbeit, Studium, Freizeit und Essen gleichzeitig. Besonders, wenn dann sowieso schon ein Klima der Unordnung herrscht, steigert sich der Organisationsgrad nicht unbedingt mit jeder weiteren Tätigkeit. Da bleibt ein Teller stehen, hier ein Aufgabenblatt liegen, dort eine DVD und schnell hat man gar keine freie Fläche mehr, auf der man etwas ablegen kann. Lösung: den Rest wegstapeln. Unordnung pflanzt sich fort; und wenn ein Arbeitsplatz bereits im aufgeräumten Zustand voll und chaotisch aussieht, erleichtert das schnell eine Vermüllung. Heute lenkt mich nichts von der Arbeit an meinem Schreibtisch ab. Dank One-Touch-Technik (wird hier auch noch Thema sein) bleibt auch nichts mehr liegen und der Zustand bleibt glücklicherweise erhalten.



Doch, was möchte ich in Zukunft noch ändern? So viel, dass es hier echt den Rahmen sprengen würde. Es gibt so viele Lebensaspekte, die ich noch vereinfachen kann und so viel umzugestalten, dass es mir geradezu in den Fingern kribbelt, dass ich nicht sofort anfangen kann, alles zu verändern. Letztendlich warte ich mit den großen Dingen tatsächlich bis zu meinem Umzug. Dann werde ich den Großteil meiner Möbel zurücklassen (In lokalen Facebookgruppen nehmen dankbare Studenten kostenlose und preiswerte Gebrauchtmöbel liebend gerne an!), damit anderen noch eine Freude machen und meiner Einrichtung ein Facelift verpassen. Es soll weniger werden, reduziert auf das, was ich wirklich brauche. Wie genau das aussehen soll, weiß ich selber noch nicht, aber ich werde es hier mit euch teilen.

Zum Schluss noch einmal zurück zum eigentlichen Titelthema: Was ist Minimalismus? Minimalismus ist im Endeffekt eine Art zu leben, bei der unwichtige Dinge, die von vielen Menschen allerdings als unverzichtbar wahrgenommen werden, außen vor gelassen werden. Die Gründe für ein solches Leben sind allerdings bei denjenigen, die sich dafür entschieden haben, oft sehr unterschiedlich. Für viele sind die Konsumkritik und ein ökologischer Lebenswandel relevante Punkte. Zu dieser Fraktion zähle ich mich persönlich nicht. Ich habe ein Macbook und andere technische Spielereien wie Tablet, e-book-reader, Smartphone und ich gehe gerne essen, ins Kino etc. Dann zu behaupten, ich sei konsumkritisch (wie es allerdings viele, die einen ähnlichen Lebensstil führen, tun), wäre geheuchelt. Ich versuche allerdings durchaus ökologisch bewusst zu leben; in einem eigenen Artikel werde ich das mal genauer beleuchten.

Mein Grund minimalistisch zu leben ist eigentlich viel profaner als ein politisch-moralisches Konzept: Es macht das Leben schlichtweg einfacher. Ich habe mehr Zeit, mehr Motivation, mehr Freude an dem was ich tue, weil ich mich voll darauf konzentrieren kann. Es ist für mich ein freieres Gefühl weniger zu besitzen. Ich fordere mich selbst zum Wettbewerb, immer neue Wege zu finden, Dinge zu vereinfachen und effizienter zu machen. Vom papierlosen Studium bis zum automatisierten Backup meiner persönlichen Daten. Alles soll schnell, einfach und am besten ohne unnötigen Aufwand geschehen. Ich werde an dieser Stelle noch sehr viel davon erzählen können, wie einfach das Leben sein kann. Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet.

Alles liebe,
euer Sascha

Sonntag, 4. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 2: Das große Aussortieren

Beim letzten Mal habe ich von meinem Zimmer vor meiner Umstellung erzählt. Allerdings gehört zum Lebensstil natürlich noch mehr als nur die Art zu wohnen. Das Mindset und der Alltag an sich sind viel entscheidender. Allerdings ist das Umfeld immer ein guter Spiegel für das Innere, daher fand ich es eine gute Idee damit zu beginnen.

Mein altes Leben

Genauso wie mein Zimmer sah damals auch mein Alltag aus. Unorganisiert, drunter und drüber. Mein Studium bestand aus Wachbleiben bis 3 Uhr und schlafen bis 10 Uhr. Wenn eine Vorlesung mal um 8 anfing, war das für mich eine Katastrophe. Entweder schleppte ich mich verschlafen hin oder ich blieb gleich ganz zu Hause. Letztendlich ist es müßig zu fragen, was die Ursache war. Wegen meines Lebensstils sah es bei mir so aus, wie es aussah und weil es so aussah fehlte jegliche Motivation etwas zu ändern. 



Mitschriften stapelten sich zusammen mit Büchern und Protokollen zu riesigen Bergen, die bei Bedarf zur Seite geschoben wurden. Wehe ich brauchte eine bestimmte Seite, dann ging das Wühlen los. Ungefähr einmal im Monat bekam ich dann einen Anfall, sortierte alles und verschwendete ein ganzes Wochenende damit, halbwegs Ordnung in die Sache zu bringen. Stand eine Hausarbeit oder andere Abgabe an, wurde diese natürlich auch erst kurz vor knapp erledigt. Nicht selten legte ich am Tag vor der Abgabe eine Nachtschicht hin, um das Projekt doch noch irgendwie zu Ende zu bekommen. Vom Lernen für Klausuren will ich gar nicht erst anfangen... Glücklicherweise konnte ich mich letztendlich doch auf einen Schnitt einpendeln, mit dem ich ich zufrieden sein kann. Jedoch hätte er mit etwas mehr Organisation durchaus besser und sogar leichter erreichbar sein können.

Keine Frage, es musste sich etwas ändern. Leider habe ich das erst sehr spät, zum Ende meines Bachelorstudiums gemerkt. Aber endlich kam der Tag an dem ich gesagt habe: "Schluss, jetzt wird etwas geändert!" 


Die Zeit der Veränderung

Die Umstellung war nicht ganz einfach, es gab viel Krimskrams auszusortieren, viel Papier zu entsorgen und einige Entscheidungen zu fällen. Das lief damals bei mir nicht vor dem Hintergrund Minimalismus oder Decluttering, wie es viele heute als Marke verpacken. Ich hatte einfach Lust auf Veränderung, auf etwas Neues. Also habe ich angefangen bei meinem Herzstück: meine Filmsammlung. Über 700 Filme waren es zu Zeiten der maximalen Ausdehnung. Ich war quasi die Videothek meines Freundeskreises, der entsprechend entsetzt war, als ich plötzlich anfing auszusortieren. Es fing mit knapp 100 DVDs und Blu-rays an, die gehen mussten. Aber die Regale sahen danach nicht leerer aus. Es hatte sich praktisch nichts geändert und so entschied ich, alles muss weg. Ich werde auf das Thema meiner Filmsammlung und wie es zur Auflösung genau kam, ein anderes mal genauer eingehen.



Damit war es natürlich noch lange nicht getan, es musste ein Paradigmenwechsel her. Ich fing also an überall auszusortieren: Elektronik, Bücher, CDs, Nippes, Papierkram. Ich fing an mein Studium zu digitalisieren, d.h. Mitschriften wurden nicht mehr wie bisher zusammengefasst, ausgedruckt und in riesige Ordner geheftet, die nie wieder geöffnet werden sollten, sondern direkt digital verfasst, aufbereitet und in eine digitale Datenbank eingepflegt. Die Inhalte sind dadurch durchsuchbar und jederzeit griffbereit, wenn etwas nachgeschlagen werden muss. Zum Thema papierloses Studium ebenfalls an anderer Stelle mehr.

Die riesigen Papierberge mussten ebenso dran glauben. Jedes Blatt wurde sortiert: Müll oder auf den Digitalisierungsstapel. Letzterer wurde dann innerhalb eines halben Jahres abgearbeitet und wichtige Inhalte in meine Datenbank übertragen. Ebenso wurden Aktenordner voll mit Dokumenten von Ämtern, Sozialversicherung, Verträgen, Rechnungen etc. eingescannt und digital abgespeichert. Aus 15 Aktenordnern wurden so mit der Zeit zwei, in denen heute noch wichtige Originale wie Abiturzeugnis u.ä. abgeheftet sind. Das Gefühl, wenn wieder ein Aktenordner dem Müll zugeführt wurde, war unbeschreiblich gut und mit jedem Regalzentimeter, der frei wurde, fühlte auch ich mich befreiter.

Ich stellte also um von DVDs und Blu-rays auf (legales) digitales Streaming, von Büchern auf e-books, von Papier auf digital, von Unordnung auf Aufgeräumtheit. Meine Selbstorganisation hat sich seitdem fast selbstständig verbessert. Abgaben werden direkt erledigt und die freie Zeit anschließend genutzt, mein Schlaf- und Essensrythmus hat sich an normale Uhrzeiten angepasst, ich habe Platz und Freiraum zum konzentriert Arbeiten, ich lasse mich weniger ablenken. Mein Äußeres hat mein Inneres massiv beeinflusst, schon immer, das ist mir mit der Zeit klar geworden. Klar gibt es auch mal Rückschläge und ich gehe um 2 Uhr nachts ins Bett oder ich muss doch mal wieder aufräumen, weil mehr liegen geblieben ist als es sollte, aber die Einschläge werden seltener und ich bin letztendlich auch selbst noch nicht da, wo ich ankommen möchte. Da ich in absehbarer Zeit umziehen werde, wird das für mich der finale Schritt zum für mich perfekten Minimalismus, zum Lebensstil, den ich leben möchte und der mich frei sein lässt. Begleitet mich gerne dabei.

Wie ich jetzt gerade lebe, wie es in Zukunft werden soll und in dem Zusammenhang auch endlich: "Was ist Minimalismus denn nun eigentlich?", gibt es nächstes Mal hier in Teil 3.

Bis dahin (vermutlich Mitte kommender Woche) alles liebe,
euer Sascha

Samstag, 3. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 1: Mein Leben vorher

"Einfaches Leben (englisch simple living), auch freiwillige Einfachheit (engl. Voluntary simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht."

 Minimalismus ist für mich in erster Linie eine Art zu leben, die den Alltag erleichtern, von Ballast befreien soll. Die genaue Definition des Begriffs ist dabei weder notwendig noch sinnvoll. Denn es gibt so viele Arten den eigenen Minimalismus auszuleben, dass jede Differenzierung nur wieder Grenzen aufweist, die man eigentlich durch die Wahl dieses Lebensstils vermeiden will.

Ich kann deswegen hier nur beschreiben, was Minimalismus für mich persönlich heißt. Was jeder andere daraus macht, kann sich von meiner Auffassung komplett unterscheiden. Um genauer darauf einzugehen, was Minimalismus ist, muss ich zunächst ausholen und erzählen, wie ich zum Minimalismus gekommen bin. Wir verschieben also die Frage, was Minimalismus für mich ist, auf ein anderes Mal und ich erzähle erstmal wie alles bei mir anfing.

Mein Leben vor dem Minimalismus

Ich war immer ein sehr unordentlicher Mensch. Sieht man mein Lebensumfeld heute, kann man sich das sicher schwer vorstellen. Mein Fußboden war nur dann frei von herumliegendem Zeug, wenn ich kurz zuvor gesaugt hatte. Es dauerte nicht lange bis Krims-Krams alle Oberflächen langsam besiedelte und letztendlich übernahm. Bücher, DVDs, Klamotten, Teller, Besteck, Flaschen, alles stapelte sich früher oder später so hoch, dass man sich, um eine Oberfläche nutzen zu können, erst einmal aktiv Platz schaffen musste. Eigentlich ein unerträglicher Zustand, aber es fühlte sich zu dem Zeitpunkt als der einfachste Weg an. Meistens alles irgendwo hin zu legen und ab und zu mal einen Tag mit aufräumen zu verbringen, klang nach weniger Arbeit als immer mal ein bisschen aufzuräumen. Dass ich heute nie aufräumen muss und mir auch keine Zeit durch Ordnung halten verloren geht, war zum damaligen Zeitpunkt für mich undenkbar.



Oben sieht man das Foto eines Ausschnitts meines erstes WG-Zimmers. Ich wohne dort seit einiger Zeit nicht mehr, aber es gibt einen guten Einblick darüber, wie ich lange Jahre gelebt habe. Das Foto zeigt den aufgeräumten Zustand. Leider hab ich kein Foto von einem unaufgeräumten Zustand, aber wer fotografiert sein Zimmer schon so? Gut erkennbar ist meine große Filmsammlung auf die ich ein anderes mal eingehen möchte. Dazu viele Bilder chaotisch an der Wand verteilt und viele Staubfänger. Der Rest meines Zimmers sah bei weitem nicht weniger vollgestopft aus. Aus heutiger Sicht ist diese Art der Einrichtung für mich ein Graus. Es wirkt selbst im aufgeräumten Zustand chaotisch und unruhig. Bei meinem Umzug in meine heutige WG wurde schon einiges aussortiert, aber beim Kistenschleppen habe ich gemerkt, dass ich doch immer noch sehr viel Unrat hatte. Erst ein gutes Jahr später begann ich minimalistisch zu denken und sortierte 90 % meines Besitzes aus. Hätte ich das mal vor dem Kisten schleppen erledigt...



Hier also nun mein aktuelles Zimmer kurz nach dem Einzug. Was man hier nicht sieht ist ein weiteres Regal, zusätzlich zu den beiden sichtbaren, auf der rechten Seite neben dem Schreibtisch. Zudem noch ein Bücherregal und ein Sessel links neben dem Bett. Ich hatte das Zimmer also wieder mal voll bekommen. Und genauso wie früher war das Zimmer eigentlich nur so zu sehen wie hier kurz nach dem Aufräumen und wenn sich Besuch ankündigte. Irgendetwas musste sich ändern. Ich lebte in ewig währender Unordnung, konnte mich nicht auf meine Projekte konzentrieren, mein Studium wurde erschwert und ich war schon demotiviert wenn ich mir das Chaos nur ansah. Es kam also zu einem harten Schnitt: mein Hobby musste weichen.

Wie, wann und warum ich mich von meinen Filmen gelöst habe und warum das der Anfang meiner großen Phase des Ausmistens war, erzähle ich euch das nächste Mal.

Euer Sascha

Freitag, 2. September 2016

Willkommen!

Hallo liebe Freunde des schönen Lebens,

erste und wichtigste Frage: Worum soll es in diesem Blog gehen?

Kurz: Minimalismus und Kultur

Lang: Ich möchte in diesem Blog zum einen gelebten Minimalismus zeigen, wie ich ihn auslege, was er in mir bewirkt und mir gibt. Dazu gehören vor allem die Fragen, was ist Minimalismus überhaupt, was bringt es mir minimalistisch zu leben und wie setze ich Minimalismus um.
Zum anderen wird dieses Blog von all dem handeln, was Spaß macht. Konzerte, Bücher, Filme, Theater, eben alles, was man gemeinhin unter Kultur versteht.

Stehen Minimalismus und der Genuss von Kultur im Gegensatz zueinander? Keineswegs! Minimalismus ist letztendlich die beste Art ungezwungen und zielstrebig zu leben. Sich nicht von unwichtigen Zeitfressern aufhalten zu lassen und das Leben ballastfrei(er) genießen zu können; und in genau diese Nische stößt der Kulturteil dieses Blogs: Wer sich Zeit spart, kann sie für das nutzen, was wirklich Spaß macht.

Und weil Minimalismus Programm ist, sieht das Blog aus, wie es aussieht. Keine quietschbunten Farben, keine nervtötende Werbung, keine ablenkenden Nebenprodukte. Nur du, ich und der Inhalt.

Viel Spaß!


Sascha