Montag, 19. Dezember 2016

Warum für mich 1. Klasse fahren minimalistisch ist

Hallo liebe Freunde,

Um eines gleich klar zu stellen: Es handelt sich hierbei NICHT um Produktplatzierung, ich habe kein Geld für den Artikel erhalten, sondern schreibe ihn aus freien Stücken.

Hin und wieder bin ich mit dem Zug unterwegs, zukünftig durch meinen Berufswechsel auch häufiger. Ich habe dabei durch den Zufall, dass bei einer Reise das 1. Klasse Ticket fast genauso teuer war wie das der zweiten, festgestellt, dass trotz des höheren Preises die 1. Klasse deutlich minimalistischer sein kann. Das hat dazu geführt, dass, wenn es preislich im Rahmen ist, ich grundsätzlich 1. Klasse für Langstrecken buche. Warum, das erzähle ich euch heute:

1. Ruhe zum Arbeiten
Wer mein Blog schon etwas länger liest, weiß dass Minimalismus für mich nicht rein materiell ist. Er bedeutet für mich, sich auf das Wesentliche zu fokussieren und es stringent zu Ende zu bringen. In der 1. Klasse eines ICEs ist es unglaublich ruhig; allein schon, weil deutlich weniger Familien und Kinder hier sitzen (nicht, dass ich gegen Kinder etwas hätte, aber ich habe ja auch keine in meinem Büro ;)). Da ich Reisezeit gerne zur Arbeit nutze, bietet das hervorragende Voraussetzungen für ein paar Stunden konzentriertes Werkeln. Sei es für Uni, Arbeit oder auch den Blog hier (ich schreibe gerade aus dem 1. Klasse Abteil des ICEs von Erfurt nach Frankfurt), ich kann hier innerhalb von zwei/drei Stunden echt viel schaffen. Ich habe sogar auch das Gefühl, die Atmosphäre in diesem Abteil regt zusätzlich zur konzentrierten Arbeit an.

Ruhe, Sauberkeit und entspannte Atmosphäre

2. Service und Sauberkeit
Wer schon einmal in einem ICE war, weiß wie der am Ende des Tages aussehen kann; was besonders auf die Toiletten zutrifft. In der 1. Klasse sieht das tatsächlich ganz anders aus. Allein durch die niedrigere Frequentierung und zudem durch die höhere Achtsamkeit der Klientel und des Personals sieht es hier meist viel ordentlicher aus. Eine solche Atmosphäre wirkt sich ungemein auf die Stimmung und auch auf die Produktivität aus, was man selbst sehr schnell beim Arbeiten an einem vollen, unaufgeräumten und einem sauberen Schreibtisch ausprobieren kann.



3. Sitzplatzreservierung inklusive
Besonders auf hochfrequentierten Strecken kann es vorkommen, dass man im ICE ohne Reservierung stehen muss. Das kann in der 1. Klasse gar nicht passieren, da jedes Ticket mit einer Sitzplatzreservierung inklusive verkauft wird und es nicht mehr Tickets als Sitzplätze geben kann. In der 2. Klasse ist es im Falle des Falles nicht nur voll, sondern übervoll, während es in der höheren meist noch Luft ist. Allein dafür lohnt sich der Aufpreis allemal


4. Gar nicht mal so teuer
Wer zeitlich flexibel ist oder sich die Zeit nimmt, einen Tag früher zu einem Termin zu reisen, kann bei der Deutschen Bahn sehr viel Geld sparen. Ich habe zudem eine BahnCard 25 für die erste Klasse, die bis 27 Jahre sogar unter 100 € zu bekommen ist. Zusammen mit einem Spar- oder Super-Sparpreis landet man meistens irgendwo weit unter 50 € pro Fahrt. Wenn man noch die inbehaltene Sitzplatzreservierung einberechnet, ist der Preis i.d.R. sehr human.


Vielleicht konnte ich euch etwas darlegen, warum das zuerst dekadent und verschwenderisch klingende Reisen in der 1. Klasse der Deutschen Bahn eigentlich doch sehr minimalistisch sein kann. Letztendlich muss es jeder für sich entscheiden.

Viele Grüße,
euer Sascha



Montag, 5. Dezember 2016

Winterblues: Die Rolling Stones und mein Winterwein


Das erste Studioalbum nach 12 Jahren und es klingt wie ein Ausflug in die Zeit vor ihrem ersten Plattenvertrag: Die Rolling Stones, Urgesteine des Rock, kehren getreu dem Rat der Beatles von vor 46 Jahren "Get back to where you once belongend!" zurück zu ihren Wurzeln. Sie rauften sich als rebellische Jugendliche zusammen, um Bluesstücke ihrer Idole des schwarzen Amerika zu covern. Später folgten eigene Lieder, die eine andere Rauigkeit an den Tag legten. Doch offensichtlich hat die Musik, die die damals jungen Wilden zusammenkommen ließ, sie nie ganz losgelassen.

Mit Blue & Lonesome legen die Stones eine Platte mit Covern von Großmeistern wie Jimmy Reed, Willie Dixon, Eddie Taylor und vielen anderen vor. Die Cover sind dabei jeweils mit unendlich viel Hingabe vorgetragen und zu keinem Zeitpunkt platt oder einfallslos. Man spürt bei den weit über 70-jährigen die Liebe zu der Musik, mit der sie einst groß geworden sind. Das lädt zum Träumen ein. Mit dieser Platte auf den Ohren kann man sich wunderbar in einem großen Sessel versenken, sich von den Rhythmen davontragen lassen und die Stimmung genießen. Besonders atmosphärische Stücke wie das träumerische  "All of your love" könnten direkt aus einem verrauchten Blueskeller mit vier huttragenden Männern in abgewetzten Anzügen auf der Bühne kommen. In der Musik schwingt die Vorstellung eines stickigen Konzertraumes mit dem Geruch von Whiskey, Zigaretten und Schweiß mit. Da ich aber keinen Whiskey mag, trinke ich dazu Wein.


Es sind gerade -7 °C draußen als ich diese Zeilen schreibe. Eigentlich wäre das der richtige Zeitpunkt für einen mächtigen Rotwein, der sich genüsslich vorm Kaminfeuer (oder wahlweise der Heizung) dem inneren Wärmen des Körpers verschreiben soll. Ein schwerer Spätburgunder beispielsweise, der schon beim Nippen einen Teppich aus Geschmäckern auf der Zunge hinterlässt. Allerdings stand mir in diesem Winter noch nicht die Lust nach Rotwein, ich habe tatsächlich schon länger keinen mehr geöffnet. 


Vielmehr passt zum kalten Wetter für mich ein süßer Weißer, gerade in Kombination mit der Verzückung des eben besprochenen Albums. Eine goldgelbe Auslese mit besonders spät gelesenen Reben setzt im Winter mit seiner wuchtigen Süße einen guten Kontrast zum klirrend kalten Wetter, das aber mit blauem Himmel und weißen Landschaften lockt. Bei mir ist es die Nachtgold Auslese "Edelsüß" aus der Pfalz aus dem vergangenen Jahr. Wenig Säure und fruchtige Süße verstecken den Alkohol fast vollständig und lassen die Aromen vollständig im Vordergrund stehen. Den Wein findet ihr zu 0,375 ml beim Weinhändler eures Vertrauen für um die 5 €.

So sitze ich also auf dem Sessel, auf den Ohren den wimmernden Hoo Doo Blues mit Mick Jagger an der Mundharmonika, in meiner Hand einen großartigen Wein und in meinem Kopf nichts außer Wohlbefinden. So darf der Winter noch sehr lange dauern.


Euer Sascha 

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Buchempfehlung: Flucht aus Lager 14

Hallo liebe Minimalisten,



heute habe ich eine Buchempfehlung für euch. Das ganze ist leider kein Easy-Reading Roman. Es handelt sich um den Tatsachenbericht eines Jungen, der in einem nordkoreanischen Internierungslager des diktatorischen Regimes unter der Kim-Dynastie geboren und aufgezogen wurde. 



Es gibt nur wenige Menschen, die überhaupt je aus einem solchen Lager flüchten konnten; und das bei rund 200.000 geschätzten Inhaftierten ohne Chance auf Freilassung. In diesen Lagern werden politische Gegner und deren Familien bis in die dritte Generation gefangen gehalten, gefoltert und bis zum Erschöpfungstod der Zwangsarbeit zugeteilt. Das Regime bestreitet die Existenz dieser Lager, die Zeugenberichte Überlebender und Abtrünniger sowie hochauflösenden Satellitenaufnahmen der internationalen Gemeinschaft sprechen allerdings eine andere Sprache.

Auch Shin, der Protagonist des vorliegenden Buchs, lebte bis Mitte Zwanzig in einem solchen Lager und zwar im berüchtigten Lager 14, das als besonders lebensfeindlich bekannt ist. Noch nie konnte vor ihm jemals jemand aus diesem Lager flüchten. Zumal er nicht einmal wusste, was ihn in der Welt außerhalb des Zauns erwartete, denn er wurde in den Gulag geboren. Seit seiner Kindheit kannte er nur Misshandlung, Unterernährung, Zwangsarbeit von 4 Uhr morgens bis zur Dämmerung und Obrigkeitsgehorsam. Öffentliche Hinrichtungen sind an der Tagesordnung, ebenso wie Vergewaltigungen und willkürliche Gewalt gegenüber den Häftlingen.

Dieses Buch schildert in unglaublicher Härte die Zustände in diesem und vielen anderen Lagern, die auf die gleiche Weise funktionieren. Das Lesen ist ausgesprochen fordernd und ich musste diverse Male stoppen und innehalten. Es ist unvorstellbar, was seit den 60er Jahren in diesen Camps vor sich geht, die damit bereits mehr als zwölfmal so lange bestehen wie die Konzentrationslager der Nationalsozialisten.

Das Buch schrieb der amerikanische Journalist Blaine Harden in enger Zusammenarbeit mit dem Flüchtling Shin Dong-hyuk. Zwar stellte Shin in den Jahren nach der Veröffentlichung einige Details richtig, die fälschlich bzw. missverständlich dargestellt wurden, es ändert aber nichts an dem für Menschen der westlichen Gesellschaft unfassbaren Martyrium, das er ertragen musste.

Das Buch Flucht aus Lager 14 erschien 2012 bei der Deutschen Verlagsanstalt.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Die ewige Klamottenfrage

Ohne sexistisch werden zu wollen, behaupte ich mal, dass ich als Mann weniger Probleme mit der Ordnung über meine Klamotten habe als so manche Frau. :D Dennoch kommt es auch bei mir hin und wieder vor, dass der zugeteilte Platz etwas eng wird. Derzeit nutze ich für alle meine Kleidungsstücke eine 4-Etagen-Kommode von Ikea, zwei Haken hinter der Tür, zwei im Flur und eine Hand voll Bügel am Kleiderständer meiner Mitbewohnerin. Damit fahre ich eigentlich ganz gut und ich bekomme meistens alles halbwegs unter.

Allerdings habe ich mich in den letzten Tagen und Wochen ein bisschen neu einkleiden müssen. Derzeit mache ich ein Praktikum in einem Amt und wie bereits erwähnt startet mein neuer Job bereits am 01.01.2017, was mich dazu führte, ein paar neue, "seriöser" aussehende Kombinationen anzuschaffen. Als Ausgleich dachte ich, ein paar Dinge auszusortieren. Jedoch beim Ausräumen der Kommode und genauerem Betrachten der einzelnen Teile merkte ich, wie viel Kleidung ich zwar besitze, aber nie trage. Ich bin was Outfits angeht in den letzten Monaten wirklich genügsam geworden. In letzter Zeit war mein Standard Jeans/Stoffhose mit schwarzem Shirt und wechselnden Jacken. Die Zeit der Bandshirts und bedruckten Oberteilen ist bei mir schon seit einiger Zeit vorbei. Allerdings hatte ich noch jede Menge von dem Kram da, vor allem ziemlich abgetragenes Zeug.

Es kam also wie es kommen musste und es flogen weit mehr Teile raus als neue reinkamen, letztendlich locker über 5 Kilo reine Klamotten. Das war aber gar nicht schlimm und tat sogar sehr gut. Meine gefalteten Hemden haben nun genug Platz in der Schublade ohne durch Überladung zu verknicken.



Die aussortierten Teile habe ich allesamt der Altkleidersammlung zukommen lassen. Ich weiß, dass viele nicht mit der Idee dahinter konform gehen, aber ich muss sagen, dass ich damit absolut kein Problem habe. Zum Verkaufen oder Verschenken waren die Sachen wirklich zu abgetragen und ausgefärbt. Die Firma, die die Container betreibt, wird diese nun nach Nutzbarkeit sortieren und das meiste vermutlich schreddern und für Lappen oder Dämmungen verwenden, aber das ist doch gar nicht schlimm. Im Gegenteil, so werden die Sachen wenigstens recycelt und bekommen einen neuen Zweck.


Mittwoch, 19. Oktober 2016

Blockiert mehr!

Hallo meine lieben,

wer in den sozialen Medien unterwegs ist, der kommt hin und wieder nicht umhin, sich mit Menschen auseinanderzusetzen, mit denen die Chemie einfach nicht stimmt. Sei es eine grundsätzliche Auseinandersetzung über politische oder weltanschauliche Perspektiven oder schlichtweg Antipathie. 

In meinen Augen macht es keinen Sinn, sich lange mit jemandem zu streiten, wenn beim ersten Kontakt schon klar wird, dass daraus keine fruchtende Konversation mehr werden wird. Solche endlosen Diskussionen bringen niemandem etwas. Keine der beiden Seiten wird von der eigenen Meinung abweichen; das ist schließlich nur irgendjemand aus dem Internet, was weiß der schon? Man ärgert sich nur, verliert Zeit und steigert sich womöglich in etwas hinein, worauf man eigentlich gar keine Lust hat. Aus minimalistischer Sicht ist, eine Grundsatzdiskussion zu führen, daher das schlechteste, was man überhaupt machen kann. 

Doch wie verfahren? Demjenigen sagen, dass man jetzt einfach keine Lust mehr hat oder einem das gerade nicht gut tut? Wenn man die Person kennt, sicher kein Problem, und wenn man sich mag, wird die Person euch daraus keinen Strick drehen. Ist es aber eine "Internetbekanntschaft" oder ein Fremder, beispielsweise in der Kommentarspalte eines Onlineartikels, wird die Reaktion zu 90 % irgendwo zwischen Häme und Unverständnis liegen. Letztendlich wird man sich in den meisten Fällen über die Reaktion ärgern und im schlimmsten Fall wieder darauf eingehen oder bei der nächsten Konfrontation mit den Gefühlen im Hinterkopf agieren.



Die beste Lösung: Blockieren! Hierdurch spart man sich nicht nur Ärger und Zeit, sondern handelt prophylaktisch. Denn solchen Menschen begegnet man immer wieder und jedes Mal ist es möglich, dass Dinge sich wieder hochschaukeln. Das ganze mag extrem klingen, aber ich halte es für ein probates Mittel um Negativität aus dem Weg zu gehen. Es ist reiner Minimalismus. Die Zeit, die ich spare, während ich nicht mit jemandem eine sinnlose Diskussion führe oder um die Wortwahl feilsche, nutze ich lieber um etwas für mich interessantes und relevantes zu tun.

Gleichzeitig bin ich natürlich auch nicht böse, wenn mich jemand blockiert. Letztendlich handelt der-/ oder diejenige nach dem gleichen Grundgedanken, es spart ja vielleicht sogar mir noch die Arbeit, das ganze wiederum selbst zu tun.

Hin und wieder sehe ich mir meine Blockierliste an. Sie ist lang und ein Produkt vieler Wochen Interaktion auf Facebook. Jeder Name steht für die Ersparnis einer unnötigen ärgerlichen Auseinandersetzung; ein gutes Gefühl.

Liebe Grüße,
euer Sascha






Montag, 10. Oktober 2016

Filmkritik: The Shallows - Gefahr aus der Tiefe



"Noch ein Haifilm?" - Nach Sharknado 1-3, Sandsharks, Ghostshark etc. kann ich diese Aussage durchaus verstehen. Ich stehe auch überhaupt nicht auf Trash-Tierhorror wie die zuvor genannten. Umso erfrischender ist es, dass wir es hier eben nicht mit so etwas zu tun haben, sondern viel mehr mit einem Suspense-Thriller, der eben nicht auf bloßes Zerfleischen und möglichst abgehobene Action setzt.

In Shallows sehen wir Blake Lively (Ehefrau von Deadpool Ryan Reynolds) als Surferin, die sich durch einen Hai bedroht auf einen kleinen Felsen rettet, der aber bei der kommenden Flut wieder im Meer zu versinken droht. Das ist im Großen und Ganzen auch schon die Story des deutlich unter 90 Minuten bleibenden Thrillers. Mehr ist aber auch nicht nötig, denn Regisseur Jaume Collet-Serra (Non-Stop) versteht es die Angst und den Schrecken ohne große Effekte und Jump-Scares in Szene zu setzen.

Der Film ist allerdings nichts für Fans von Michael Bay, denn die Actionszenen sind rar gesät. Das ist aber überhaupt nicht schlimm. Der Film will nicht schockieren oder mit Special Effects beeindrucken, er will vielmehr die beklemmende Lage zum Ausdruck bringen, in die es die junge Surferin verschlagen hat. 30 Meter vom rettenden Strand entfernt, wo der Rucksack mit Handy wartet. Die Angst an einer Blutvergiftung zu sterben oder zu verdursten während um einen herum überall Wasser ist.

Der Film macht keinen Spaß, er ist unangenehm. Und genau damit schaffen es die Macher einen guten Film abzuliefern. Kein Meisterwerk wie Jaws, aber einen soliden Thriller, der am Ende etwas übertreibt, im Großen und ganzen aber durchaus sehenswert ist.

Freitag, 23. September 2016

Alles neu in 2017

Seit gestern ist es also offiziell: Ich ziehe im Januar in ein neues Zuhause. Ich habe eine Anstellung in einem mittelständigen Unternehmen bekommen, in dem ich auch meine Bachelorarbeit werde schreiben können. Ich habe mich riesig über diese Nachricht gefreut und bin gespannt auf meine neuen Aufgaben und neue Herausforderungen.

Und damit ich diese problemlos bewältigen kann, brauche ich einen freien Geist. Ich freue mich daher darauf, endlich mein neues eigenes Reich einzurichten und zu gestalten, so wie ich es mir in den letzten Monaten immer vorgestellt habe. Ich habe viele Pläne und Ideen, dabei fehlt aber noch die Wohnung. Wie es also letztendlich aussehen wird, das sehe ich selbst erst, wenn es passiert. Ich werde euch hier natürlich über den Stand der Dinge auf dem Laufenden halten.

Eines steht allerdings schon fest: Weniger Möbel!

Ich habe keine Lust auf eine zugestellte Wohnung, ich möchte freie Raumfläche haben. Ich merke seit mein aktuelles Zimmer schon viel leerer ist, wie ich mich befreiter fühle. Wie es erst sein wird, wenn ich endlich komplett neu anfangen kann... unbeschreibliche Vorfreude.


Donnerstag, 15. September 2016

Social Web -Teil 2

Letztes Mal habe ich davon erzählt, wie ich begonnen habe, mein Online-Leben zu entschlacken. Heute geht es damit weiter. 

Nachdem ich ja nur noch Facebook als aktives Medium nutze, musste dort auch noch etwas passieren. Mein Nachrichtenfeed war übervoll, bei jeder Anmeldung tausende neuer Mitteilungen, von denen ich die meisten schlichtweg überscrollte um die paar Informationen herauszufiltern, die mich interessierten. Die Seiten mussten aussortiert werden! Ich löschte gut 400 Likes von TV Serien, Filmen, Personen des öffentlichen Lebens, die mich eigentlich gar nicht interessierten. Anschließend war mein Nachrichtenfeed erstaunlich übersichtlich und sauber... fast!



Auch einige meiner "Freunde" mussten gehen. Ich war noch nie jemand, der bei Facebook 500 gesammelt hat, aber ich fand auch 140 zu viel. Also bin ich systematisch durch meine Liste gegangen und habe alle nach einem Muster analysiert. Wen ich länger als 2 Jahre nicht gesehen oder mit dem ich länger als 1 Jahr nicht mehr interagiert habe, flog raus. Bei dem ein oder anderen Namen musste ich sogar tatsächlich erstmal überlegen, wer das überhaupt war. Außerdem flogen alle raus, die mich mit nervigen Facebook-Spieleanfragen nervten oder mir anderweitig unsympathisch waren. Ich konnte meine Freundeszahl auf rund 75 verringern, also locker die Hälfte. Natürlich kommen hin und wieder immer mal welche dazu, aber irgendwann gehen auch wieder welche. Einmal im Jahr lohnt sich eine solche Aufräumaktion.

Ein weiterer (für mich) großer Punkt waren Nachrichtenseiten. Ich hatte sehr viele davon abonniert: Spiegel Online, taz, Tagesschau, ZDF, ARD, lokale Zeitungen etc. Neben der Tatsache, dass ich mittlerweile Nachrichten meide, weil sie zu 95 % für mein Leben irrelevant sind und mich nur ablenken (für mich relevante Nachrichten bekomme ich über fachspezifische Seiten), waren es vor allem die Kommentarspalten, die mich regelmäßig aufgehalten haben. Mein Problem: Ich bin einer dieser Gutmenschen. Wenn ich einen fremdenfeindlichen oder anderweitig dummen Kommentar lese, muss ich mich sehr zurückhalten, um nicht darauf zu antworten. Das stiehlt Zeit, raubt Nerven und am Ende gehen beide mit der gleichen Meinung, die sie auch schon vorher hatten, wieder nach Hause. Es ist also vergebene Liebesmüh und nur schlecht für die Stimmung. Außerdem kann man in der Zeit, die man mit so etwas verschwendet, viel besseres anfangen.

Einfach ignorieren und sich freuen, dass man die Person nicht persönlich kennt.


Mein Newsfeed in Facebook ist mittlerweile so übersichtlich, dass ich auch nach 2 Tagen offline sein, meine neusten Meldungen binnen weniger Minuten durch habe und mich anschließend etwas anderem widmen kann.

Es kann so schön sein!
Euer Sascha

Montag, 12. September 2016

Social Web -Teil 1

Soziale Medien und Minimalismus? Was hat das denn miteinander zu tun? Nun, man kann die Nutzung dieser Plattformen in fünf grundsätzliche Kategorien unterteilen. Sicherlich ist diese Einteilung nicht allumfassend und einige werden sich dort nicht wiederfinden, aber meiner Beobachtung nach sind es eben die folgenden:

  1. Totenruhe: einmal eingerichtet, nie wieder benutzt. Ein 3 Jahre altes Profilbild und alle paar Monate wird die Person mal von jemand anderem auf einem Foto markiert
  2. Kommunikation: die Plattform wird hauptsächlich dafür genutzt mit seinen Freunden zu interagieren, die weiter weg wohnen oder die man nicht täglich sieht. Es ist umgänglicher als Mail-/ Brief- oder Telefonkontakt.
  3. Informationsbeschaffung: a) Das Lesen der (vorausgewählten) Nachrichtenfeeds bekannter Medien. Meist SPON, Tagesschau, ARD, ZDF. (Gefährlich -> Tunnelblickggefahr) 
    b) Die direkten Nachrichten von verfolgten Seiten wie Sportvereinen, Bands, Künstlern etc. lesen
  4. Selbstdarstellung: Permanent möchte man darüber informieren, was man gerade isst, was man besucht, wie das Outfit des Tages aussieht. Was andere gleichzeitig posten kann mehr oder minder interessant sein.
  5. Unterhaltung: Spielen von integrierten Games, Diskussion auf Meinungsseiten und in Foren, Streiten unter Nachrichtenartikeln, Verfolgen von Seiten mit lustigen, interessanten und/oder nachdenklichen Inhalten.
Da steckt doch eine Menge Potential drin, sich seine Zeit sinnvoll oder weniger sinnvoll zu vertreiben. Die Kategorien sind selbstverständlich nicht voneinander getrennt, sondern sind bei (fast) jedem vermutlich kombiniert anzutreffen. Ich persönlich zähle mich zu den Gruppen 2, 3b und zu einem geringen Anteil 5. Letztendlich ist keine der Gruppen verwerflich und jeder kann und soll sich nach seiner Fasson ausleben.

auch dieses Blog will verführen ;)

Jedoch habe ich festgestellt, dass besonders die Nutzung nach den Kategorien 3a, 4 und 5 die größte Gefahr innehat, sich so richtig in die Welt von Facebook und co. hinein zu steigern und den Blick für das hier und jetzt zu verlieren. Nicht selten saß ich früher vor Facebook, Twitter und Instagram und habe erst viel später mal auf die Uhr gesehen und mich selbst gefragt, was ich in den letzten 4 Stunden eigentlich getrieben? Wenn man nichts weiter vorhat und eigentlich sowieso den ganzen Tag nur prokrastinieren will, dann kann einem das ja egal sein. Hat man allerdings Dinge zu erledigen oder erachtet die eigene Zeit einfach grundsätzlich als zu schade, um sie so zu "verschwenden", dann sollte man überlegen, ob man die eigene Nutzung sozialer Medien nicht mal entschlacken will.

Genau das habe ich vor einem guten halben Jahr mal getan: Angefangen bei der Auswahl der sozialen Medien: ich nutze ausschließlich den Weltmarktführer Facebook. Warum? Ganz einfach: Dort finden sich letztendlich alle Menschen, mit denen ich Kontakt halten möchte, vollständiger zumindest als auf allen anderen Mitbewerbern (Youtube und Blogger mal außen vor gelassen, da ich diese beiden Plattformen nicht als soziale Medien im eigentlichen Sinne nach Kategorie 1 nutze). Es flogen bei mir also raus: Twitter, Instagram, Pinterest und Snapchat, welches ich eh nie benutzt oder verstanden habe. Die Accounts mögen zwar alle noch bestehen, der letzte Login liegt allerdings so lange zurück, dass man diese getrost als Karteileichen bezeichnen kann. Ich habe diese Medien sowieso fast nie genutzt, sie können nichts, was das eine große nicht auch kann (bzw. ich ganz dringend bräuchte) und sie liefern mir auch keinen informationellen Mehrwert.

Mit diesem Moment fühlte ich mich schon freier: Ich konnte 4 Apps von meinem Smartphone löschen und war mit einem mal die Verpflichtung los, mich immer wieder auf 5 Seiten einzuloggen, nur um sicher zu gehen, nicht zu verpassen, dass doch nichts interessantes passiert war. Nächstes mal geht es dann damit weiter wie ich es geschafft habe mein Leben im Social Web vollends zu entstressen.

Bis dahin alles Liebe,
euer Sascha

Mittwoch, 7. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 3: Heute und morgen

Heute soll es darum gehen, wie ich mittlerweile lebe und wie ich in Zukunft leben möchte. Einige werden vielleicht sagen, das sei kein Minimalismus oder es fehle noch dieser oder jene Aspekt. Wenn ich mich allerdings in eine Schablone zwingen muss, um in eine Kategorie zu passen, die letztendlich eigentlich darauf beruhen sollte, sich von Schranken (auch im Kopf) zu lösen, dann ist letztendlich nur das Dogma fehl am Platz. Kurz: Minimalismus ist das, was du daraus machst.



So sieht mein Zimmer also heute aus. Wer sich den Vergleich ansehen möchte, kann ja nochmal in Teil 1 reinschauen, dort sieht man das Zimmer kurz nach dem Einzug. Verschwunden sind 700 DVDs, 100 Bücher, zwei Regale, ein Fernseher, zwei PlayStations, ein Sessel, ein Hocker, eine Pinnwand und jede Menge Kleinkram. Allerdings vermisse ich nichts davon. Ich konnte alles durch einfachere Dinge ersetzen oder darauf verzichten, ohne dass ich Entzugserscheinungen bekommen hätte. Kaum zu glauben, dass all meine ehemaligen Besitztümer früher mal in diese 20 Quadratmeter hineingepasst haben. Es gibt kaum noch Potential für Unordnung und das aufgeräumte und ordentliche Ambiente lädt zum kreativen Arbeiten, Lesen und Konzentrieren geradezu ein. Es ist allerdings offensichtlich, dass ich mittlerweile zu viel Stauraum für die wenigen Sachen habe, die ich mein eigen nenne. Dies soll sich nach meinem Umzug ändern, der Anfang kommenden Jahres ansteht. Dann werde ich meine Ausstattung der Wohnungsgröße und meinen Habseligkeiten anpassen.

Ganz besonders wichtig war es mir, den Schreibtisch aufgeräumt zu halten. Das Problem: gerade in einer WG dient ein Schreibtisch für Arbeit, Studium, Freizeit und Essen gleichzeitig. Besonders, wenn dann sowieso schon ein Klima der Unordnung herrscht, steigert sich der Organisationsgrad nicht unbedingt mit jeder weiteren Tätigkeit. Da bleibt ein Teller stehen, hier ein Aufgabenblatt liegen, dort eine DVD und schnell hat man gar keine freie Fläche mehr, auf der man etwas ablegen kann. Lösung: den Rest wegstapeln. Unordnung pflanzt sich fort; und wenn ein Arbeitsplatz bereits im aufgeräumten Zustand voll und chaotisch aussieht, erleichtert das schnell eine Vermüllung. Heute lenkt mich nichts von der Arbeit an meinem Schreibtisch ab. Dank One-Touch-Technik (wird hier auch noch Thema sein) bleibt auch nichts mehr liegen und der Zustand bleibt glücklicherweise erhalten.



Doch, was möchte ich in Zukunft noch ändern? So viel, dass es hier echt den Rahmen sprengen würde. Es gibt so viele Lebensaspekte, die ich noch vereinfachen kann und so viel umzugestalten, dass es mir geradezu in den Fingern kribbelt, dass ich nicht sofort anfangen kann, alles zu verändern. Letztendlich warte ich mit den großen Dingen tatsächlich bis zu meinem Umzug. Dann werde ich den Großteil meiner Möbel zurücklassen (In lokalen Facebookgruppen nehmen dankbare Studenten kostenlose und preiswerte Gebrauchtmöbel liebend gerne an!), damit anderen noch eine Freude machen und meiner Einrichtung ein Facelift verpassen. Es soll weniger werden, reduziert auf das, was ich wirklich brauche. Wie genau das aussehen soll, weiß ich selber noch nicht, aber ich werde es hier mit euch teilen.

Zum Schluss noch einmal zurück zum eigentlichen Titelthema: Was ist Minimalismus? Minimalismus ist im Endeffekt eine Art zu leben, bei der unwichtige Dinge, die von vielen Menschen allerdings als unverzichtbar wahrgenommen werden, außen vor gelassen werden. Die Gründe für ein solches Leben sind allerdings bei denjenigen, die sich dafür entschieden haben, oft sehr unterschiedlich. Für viele sind die Konsumkritik und ein ökologischer Lebenswandel relevante Punkte. Zu dieser Fraktion zähle ich mich persönlich nicht. Ich habe ein Macbook und andere technische Spielereien wie Tablet, e-book-reader, Smartphone und ich gehe gerne essen, ins Kino etc. Dann zu behaupten, ich sei konsumkritisch (wie es allerdings viele, die einen ähnlichen Lebensstil führen, tun), wäre geheuchelt. Ich versuche allerdings durchaus ökologisch bewusst zu leben; in einem eigenen Artikel werde ich das mal genauer beleuchten.

Mein Grund minimalistisch zu leben ist eigentlich viel profaner als ein politisch-moralisches Konzept: Es macht das Leben schlichtweg einfacher. Ich habe mehr Zeit, mehr Motivation, mehr Freude an dem was ich tue, weil ich mich voll darauf konzentrieren kann. Es ist für mich ein freieres Gefühl weniger zu besitzen. Ich fordere mich selbst zum Wettbewerb, immer neue Wege zu finden, Dinge zu vereinfachen und effizienter zu machen. Vom papierlosen Studium bis zum automatisierten Backup meiner persönlichen Daten. Alles soll schnell, einfach und am besten ohne unnötigen Aufwand geschehen. Ich werde an dieser Stelle noch sehr viel davon erzählen können, wie einfach das Leben sein kann. Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet.

Alles liebe,
euer Sascha

Sonntag, 4. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 2: Das große Aussortieren

Beim letzten Mal habe ich von meinem Zimmer vor meiner Umstellung erzählt. Allerdings gehört zum Lebensstil natürlich noch mehr als nur die Art zu wohnen. Das Mindset und der Alltag an sich sind viel entscheidender. Allerdings ist das Umfeld immer ein guter Spiegel für das Innere, daher fand ich es eine gute Idee damit zu beginnen.

Mein altes Leben

Genauso wie mein Zimmer sah damals auch mein Alltag aus. Unorganisiert, drunter und drüber. Mein Studium bestand aus Wachbleiben bis 3 Uhr und schlafen bis 10 Uhr. Wenn eine Vorlesung mal um 8 anfing, war das für mich eine Katastrophe. Entweder schleppte ich mich verschlafen hin oder ich blieb gleich ganz zu Hause. Letztendlich ist es müßig zu fragen, was die Ursache war. Wegen meines Lebensstils sah es bei mir so aus, wie es aussah und weil es so aussah fehlte jegliche Motivation etwas zu ändern. 



Mitschriften stapelten sich zusammen mit Büchern und Protokollen zu riesigen Bergen, die bei Bedarf zur Seite geschoben wurden. Wehe ich brauchte eine bestimmte Seite, dann ging das Wühlen los. Ungefähr einmal im Monat bekam ich dann einen Anfall, sortierte alles und verschwendete ein ganzes Wochenende damit, halbwegs Ordnung in die Sache zu bringen. Stand eine Hausarbeit oder andere Abgabe an, wurde diese natürlich auch erst kurz vor knapp erledigt. Nicht selten legte ich am Tag vor der Abgabe eine Nachtschicht hin, um das Projekt doch noch irgendwie zu Ende zu bekommen. Vom Lernen für Klausuren will ich gar nicht erst anfangen... Glücklicherweise konnte ich mich letztendlich doch auf einen Schnitt einpendeln, mit dem ich ich zufrieden sein kann. Jedoch hätte er mit etwas mehr Organisation durchaus besser und sogar leichter erreichbar sein können.

Keine Frage, es musste sich etwas ändern. Leider habe ich das erst sehr spät, zum Ende meines Bachelorstudiums gemerkt. Aber endlich kam der Tag an dem ich gesagt habe: "Schluss, jetzt wird etwas geändert!" 


Die Zeit der Veränderung

Die Umstellung war nicht ganz einfach, es gab viel Krimskrams auszusortieren, viel Papier zu entsorgen und einige Entscheidungen zu fällen. Das lief damals bei mir nicht vor dem Hintergrund Minimalismus oder Decluttering, wie es viele heute als Marke verpacken. Ich hatte einfach Lust auf Veränderung, auf etwas Neues. Also habe ich angefangen bei meinem Herzstück: meine Filmsammlung. Über 700 Filme waren es zu Zeiten der maximalen Ausdehnung. Ich war quasi die Videothek meines Freundeskreises, der entsprechend entsetzt war, als ich plötzlich anfing auszusortieren. Es fing mit knapp 100 DVDs und Blu-rays an, die gehen mussten. Aber die Regale sahen danach nicht leerer aus. Es hatte sich praktisch nichts geändert und so entschied ich, alles muss weg. Ich werde auf das Thema meiner Filmsammlung und wie es zur Auflösung genau kam, ein anderes mal genauer eingehen.



Damit war es natürlich noch lange nicht getan, es musste ein Paradigmenwechsel her. Ich fing also an überall auszusortieren: Elektronik, Bücher, CDs, Nippes, Papierkram. Ich fing an mein Studium zu digitalisieren, d.h. Mitschriften wurden nicht mehr wie bisher zusammengefasst, ausgedruckt und in riesige Ordner geheftet, die nie wieder geöffnet werden sollten, sondern direkt digital verfasst, aufbereitet und in eine digitale Datenbank eingepflegt. Die Inhalte sind dadurch durchsuchbar und jederzeit griffbereit, wenn etwas nachgeschlagen werden muss. Zum Thema papierloses Studium ebenfalls an anderer Stelle mehr.

Die riesigen Papierberge mussten ebenso dran glauben. Jedes Blatt wurde sortiert: Müll oder auf den Digitalisierungsstapel. Letzterer wurde dann innerhalb eines halben Jahres abgearbeitet und wichtige Inhalte in meine Datenbank übertragen. Ebenso wurden Aktenordner voll mit Dokumenten von Ämtern, Sozialversicherung, Verträgen, Rechnungen etc. eingescannt und digital abgespeichert. Aus 15 Aktenordnern wurden so mit der Zeit zwei, in denen heute noch wichtige Originale wie Abiturzeugnis u.ä. abgeheftet sind. Das Gefühl, wenn wieder ein Aktenordner dem Müll zugeführt wurde, war unbeschreiblich gut und mit jedem Regalzentimeter, der frei wurde, fühlte auch ich mich befreiter.

Ich stellte also um von DVDs und Blu-rays auf (legales) digitales Streaming, von Büchern auf e-books, von Papier auf digital, von Unordnung auf Aufgeräumtheit. Meine Selbstorganisation hat sich seitdem fast selbstständig verbessert. Abgaben werden direkt erledigt und die freie Zeit anschließend genutzt, mein Schlaf- und Essensrythmus hat sich an normale Uhrzeiten angepasst, ich habe Platz und Freiraum zum konzentriert Arbeiten, ich lasse mich weniger ablenken. Mein Äußeres hat mein Inneres massiv beeinflusst, schon immer, das ist mir mit der Zeit klar geworden. Klar gibt es auch mal Rückschläge und ich gehe um 2 Uhr nachts ins Bett oder ich muss doch mal wieder aufräumen, weil mehr liegen geblieben ist als es sollte, aber die Einschläge werden seltener und ich bin letztendlich auch selbst noch nicht da, wo ich ankommen möchte. Da ich in absehbarer Zeit umziehen werde, wird das für mich der finale Schritt zum für mich perfekten Minimalismus, zum Lebensstil, den ich leben möchte und der mich frei sein lässt. Begleitet mich gerne dabei.

Wie ich jetzt gerade lebe, wie es in Zukunft werden soll und in dem Zusammenhang auch endlich: "Was ist Minimalismus denn nun eigentlich?", gibt es nächstes Mal hier in Teil 3.

Bis dahin (vermutlich Mitte kommender Woche) alles liebe,
euer Sascha

Samstag, 3. September 2016

Was ist Minimalismus? -Teil 1: Mein Leben vorher

"Einfaches Leben (englisch simple living), auch freiwillige Einfachheit (engl. Voluntary simplicity), Minimalismus oder Downshifting genannt, bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht."

 Minimalismus ist für mich in erster Linie eine Art zu leben, die den Alltag erleichtern, von Ballast befreien soll. Die genaue Definition des Begriffs ist dabei weder notwendig noch sinnvoll. Denn es gibt so viele Arten den eigenen Minimalismus auszuleben, dass jede Differenzierung nur wieder Grenzen aufweist, die man eigentlich durch die Wahl dieses Lebensstils vermeiden will.

Ich kann deswegen hier nur beschreiben, was Minimalismus für mich persönlich heißt. Was jeder andere daraus macht, kann sich von meiner Auffassung komplett unterscheiden. Um genauer darauf einzugehen, was Minimalismus ist, muss ich zunächst ausholen und erzählen, wie ich zum Minimalismus gekommen bin. Wir verschieben also die Frage, was Minimalismus für mich ist, auf ein anderes Mal und ich erzähle erstmal wie alles bei mir anfing.

Mein Leben vor dem Minimalismus

Ich war immer ein sehr unordentlicher Mensch. Sieht man mein Lebensumfeld heute, kann man sich das sicher schwer vorstellen. Mein Fußboden war nur dann frei von herumliegendem Zeug, wenn ich kurz zuvor gesaugt hatte. Es dauerte nicht lange bis Krims-Krams alle Oberflächen langsam besiedelte und letztendlich übernahm. Bücher, DVDs, Klamotten, Teller, Besteck, Flaschen, alles stapelte sich früher oder später so hoch, dass man sich, um eine Oberfläche nutzen zu können, erst einmal aktiv Platz schaffen musste. Eigentlich ein unerträglicher Zustand, aber es fühlte sich zu dem Zeitpunkt als der einfachste Weg an. Meistens alles irgendwo hin zu legen und ab und zu mal einen Tag mit aufräumen zu verbringen, klang nach weniger Arbeit als immer mal ein bisschen aufzuräumen. Dass ich heute nie aufräumen muss und mir auch keine Zeit durch Ordnung halten verloren geht, war zum damaligen Zeitpunkt für mich undenkbar.



Oben sieht man das Foto eines Ausschnitts meines erstes WG-Zimmers. Ich wohne dort seit einiger Zeit nicht mehr, aber es gibt einen guten Einblick darüber, wie ich lange Jahre gelebt habe. Das Foto zeigt den aufgeräumten Zustand. Leider hab ich kein Foto von einem unaufgeräumten Zustand, aber wer fotografiert sein Zimmer schon so? Gut erkennbar ist meine große Filmsammlung auf die ich ein anderes mal eingehen möchte. Dazu viele Bilder chaotisch an der Wand verteilt und viele Staubfänger. Der Rest meines Zimmers sah bei weitem nicht weniger vollgestopft aus. Aus heutiger Sicht ist diese Art der Einrichtung für mich ein Graus. Es wirkt selbst im aufgeräumten Zustand chaotisch und unruhig. Bei meinem Umzug in meine heutige WG wurde schon einiges aussortiert, aber beim Kistenschleppen habe ich gemerkt, dass ich doch immer noch sehr viel Unrat hatte. Erst ein gutes Jahr später begann ich minimalistisch zu denken und sortierte 90 % meines Besitzes aus. Hätte ich das mal vor dem Kisten schleppen erledigt...



Hier also nun mein aktuelles Zimmer kurz nach dem Einzug. Was man hier nicht sieht ist ein weiteres Regal, zusätzlich zu den beiden sichtbaren, auf der rechten Seite neben dem Schreibtisch. Zudem noch ein Bücherregal und ein Sessel links neben dem Bett. Ich hatte das Zimmer also wieder mal voll bekommen. Und genauso wie früher war das Zimmer eigentlich nur so zu sehen wie hier kurz nach dem Aufräumen und wenn sich Besuch ankündigte. Irgendetwas musste sich ändern. Ich lebte in ewig währender Unordnung, konnte mich nicht auf meine Projekte konzentrieren, mein Studium wurde erschwert und ich war schon demotiviert wenn ich mir das Chaos nur ansah. Es kam also zu einem harten Schnitt: mein Hobby musste weichen.

Wie, wann und warum ich mich von meinen Filmen gelöst habe und warum das der Anfang meiner großen Phase des Ausmistens war, erzähle ich euch das nächste Mal.

Euer Sascha

Freitag, 2. September 2016

Willkommen!

Hallo liebe Freunde des schönen Lebens,

erste und wichtigste Frage: Worum soll es in diesem Blog gehen?

Kurz: Minimalismus und Kultur

Lang: Ich möchte in diesem Blog zum einen gelebten Minimalismus zeigen, wie ich ihn auslege, was er in mir bewirkt und mir gibt. Dazu gehören vor allem die Fragen, was ist Minimalismus überhaupt, was bringt es mir minimalistisch zu leben und wie setze ich Minimalismus um.
Zum anderen wird dieses Blog von all dem handeln, was Spaß macht. Konzerte, Bücher, Filme, Theater, eben alles, was man gemeinhin unter Kultur versteht.

Stehen Minimalismus und der Genuss von Kultur im Gegensatz zueinander? Keineswegs! Minimalismus ist letztendlich die beste Art ungezwungen und zielstrebig zu leben. Sich nicht von unwichtigen Zeitfressern aufhalten zu lassen und das Leben ballastfrei(er) genießen zu können; und in genau diese Nische stößt der Kulturteil dieses Blogs: Wer sich Zeit spart, kann sie für das nutzen, was wirklich Spaß macht.

Und weil Minimalismus Programm ist, sieht das Blog aus, wie es aussieht. Keine quietschbunten Farben, keine nervtötende Werbung, keine ablenkenden Nebenprodukte. Nur du, ich und der Inhalt.

Viel Spaß!


Sascha